Slide background

Haben Sie das Auswahlverfahren erfolgreich abgeschlossen, geht es an die konkrete Umsetzung des Ausbauprojekts. So kann es ggf. erforderlich werden, eine regionale Institution (bspw. GmbH) zu gründen bzw. die Projektzuständigkeiten festzulegen. Je nach Art des Ausbauprojekts können weitere Fragen hinsichtlich der Finanzierung geklärt (sofern nicht bereits geschehen) sowie die bauliche Umsetzung des Breitbandprojekts vorgenommen werden.

 

Konzept NGA-Ausbau


Ziele des NGA-Ausbaus

Die Festlegung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielen ist eine wichtige Basis für den NGA-Ausbau. Sie gibt allen Beteiligten Orientierung und sorgt für ein gemeinsames Verständnis. Die Ziele sollten so konkret wie möglich sein und daher möglichst spezifische Angaben zum Ausbauumfang und -zeitraum enthalten. Sie sollten aber auch erreichbar sein und nicht zu hohe Erwartungen wecken. Zu hoch gesteckte Ziele, die dann aus wirtschaftlichen, politischen oder anderen Gründen nicht erreicht werden können, sind kontraproduktiv.

Berücksichtigen Sie bei der Festlegung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielen für den NGA-Ausbau für Ihre Region

  • die verschiedenen Übertragungstechnologien und ihre spezifischen Einsatzfelder,
  • die zukünftige Netzentwicklung und -nutzung,
  • den spezifischen Bedarf seitens der privaten Haushalte und der Unternehmen sowie das zu erwartende Wachstum des Datenvolumens,
  • die kommunale bzw. kreisweite demografische und wirtschaftliche Entwicklung,
  • die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten.

Denken Sie daran, die Zielsetzungen regelmäßig zu prüfen, um neue Entwicklungen aufnehmen zu können. 

Geschäftsmodell und Partnerstrukturen

Ein Geschäftsmodell für den NGA-Ausbau umfasst folgende Komponenten:

  • Entwurf eines gebietsbezogenen technischen Ausbaukonzepts
    • Übernahme von vorgelegten Konzepten aus dem Ideenwettbewerb und/oder dem Markterkundungsverfahren
    • ggf. Workshops mit interessierten Netzbetreibern
    • Prüfung des Einsatzes von Förder- und Finanzierungsmitteln (Förderung und Finanzierung)
  • Definition der Leistungsangebote für die unterschiedlichen Zielgruppen in der Region
  • Festlegung der zur Umsetzung notwendigen Aufgaben
  • Identifikation von Kooperationspartnern zur Erfüllung der verschiedenen Aufgaben in der Wertschöpfungskette
  • Festlegung der Zuständigkeiten und offenen Schnittstellen
  • Abschätzung der Kosten- und Erlösströme

Nutzen Sie bei der Identifikation von Kooperationspartnern vorhandene interkommunale/kreisweite Technologie- und Infrastrukturkompetenzen und beziehen Sie diese frühzeitig in den Entwicklungsprozess mit ein.

§ Wirtschaftliche Betätigung
Der wirtschaftlichen Betätigung von Kreisen und Kommunen sind enge rechtliche Rahmenbedingungen gesetzt. Lassen Sie sich daher frühzeitig von den zuständigen Stellen in Ihrer Verwaltung beraten oder ziehen Sie externe juristische Expertise hinzu.

Ablauf und Umsetzung NGA-Ausbau


Regionale Breitbandinstitution

Zu Beginn der Umsetzung des NGA-Ausbaus sollte eine Institution bestimmt oder gegründet werden, die den kommunalen oder kreisweiten Infrastrukturausbau organisiert. Nur ein organisiertes Vorgehen mit klaren Zuständigkeiten ermöglicht eine besonders effiziente und zielführende Umsetzung des Ausbaus. Ebenso wichtig ist hierbei die Festlegung der Kommunikation zwischen den internen und externen Partnern sowie ein effektives Qualitätsmanagement.

Als regionale Breitbandinstitution können beispielsweise auftreten:

  • kreiseigene Einrichtungen wie Wirtschaftförderungen oder Fachabteilungen für Bauen etc.
  • eine gemeinsame Organisation von Kommunen/Kreisen und Infrastrukturanbietern
  • ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit Kommunen/Kreisen und Infrastrukturanbietern als Inhaber
  • ein privatwirschaftliches Unternehmen mit regionalen Infrastrukturanbietern (z.B. Stadtwerke) und Investoren als Anteilseignern

§ Wirtschaftliche Betätigung
Der wirtschaftlichen Betätigung von Kreisen und Kommunen sind enge rechtliche Rahmenbedingungen gesetzt. Lassen Sie sich daher frühzeitig von den zuständigen Stellen in Ihrer Verwaltung beraten oder ziehen Sie externe juristische Expertise hinzu.

Infrastrukturplan für den NGA-Ausbau

Der Infrastrukturplan gibt Auskunft über die notwendige Infrastruktur für den zukünftigen NGA-Ausbau. Er liefert für die Ausbaugebiete detaillierte Informationen zu:

  • möglichen wirtschaftlichen Anschlußtechnologien (möglichst FttH bzw. FttB) in den Ausbaugebieten
  • vorhandenen technischen Anforderungen und Infrastrukturen, Leerrohrnetzen, Funkmasten
  • notwendigen zukünftigen Tiefbau- und Infrastrukturbaumaßnahmen (z.B. Hinweise für die Mitverlegung von Leerrohren)

Die Netzplanung sollte durch ein erfahrenes, auf den Ausbau von NGA-Netzen spezialisiertes Unternehmen oder Ingenieurbüro erfolgen.

Finanzierung und Förderung

Der Ausbau von Breitbandinfrastrukturen erfordert Investitionen und damit die Bereitstellung von entsprechendem Kapital. Die Verwendung von Eigenkapital, Fremdkapital, Mezzanine oder Bürgschaften ist ebenso möglich wie eine Finanzierung mit Hilfe einer Beteiligung durch Unternehmen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob eine Inanspruchnahme von öffentlichen Fördermitteln möglich ist. Bei der Finanzierung von Breitbandprojekten müssen demnach zahlreiche Faktoren beachtet werden:

  • Mobilisierung von Investoren und Gesellschaftern, um Fremdkapitalgeber und Banken von dem Vorhaben zu überzeugen
  • frühzeitige Beantragung von Förder- bzw. Finanzierunganträgen, wenn zusätzliche Fördermittel im Geschäftsplan vorgesehen sind

Weitere Informationen finden Sie im Modul Förderung und Finanzierung.

! Zeitliche Abfolge beachten
Unbedingt ist die korrekte zeitliche Abfolge aller Maßnahmen zu beachten, die Einfluß auf die Förderung haben. In der Regel darf mit der Maßnahme erst begonnen werden, wenn eine Finanzierungs- oder Förderzusage vorliegt. Bitte beachten Sie dazu die einzelnen Förder- und Finanzierungsregularien.

Aufbau der passiven Infrastruktur

Für den Aufbau der passiven Infrastruktur wird ein Großteil der finanziellen Mittel eines Breitbandausbauprojektes benötigt, da hier ein enormer Aufwand für die Organisation und bauliche Umsetzung geleistet werden muss. Insbesondere dann, wenn die Infrastruktur neu erstellt und nicht mitgenutzt werden kann, entstehen hohe Kosten durch die Koordination, Organisation und Durchführung der Grabungsarbeiten.

Zu beachten sind unter anderem:

  • Erstellung von detaillierten Ausschreibungen für die notwendigen Arbeiten zum Aufbau der passiven Infrastruktur
  • Berücksichtigung vorhandener Leerrohrkapazitäten
  • Ausbau möglichst im Rahmen bereits geplanter anderweitiger Infrastrukturmaßnahmen vornehmen (Synergieeffekte nutzen)

Es ist sinnvoll, die gesamten Ausbaumaßnahmen zentral zu verwalten und detailliert zu dokumentieren.

Nutzung passive Infrastruktur/ Kooperation Dienstleister und Netzbetreiber

Damit die aufgebaute passive Infrastruktur genutzt werden kann, müssen nachfolgende Meilensteine beachtet werden:

  • Entscheidung, ob die vollständige oder teilweise Nutzung der passiven Infrastruktur durch einen eigenen oder fremden Netzbetreiber erfolgen soll
  • Auswahl des Netzbetreibers und Vertragsverhandlungen zum aktiven Ausbau und Anschluß des NGA-Netzes

Somit kann der Infrastrukturanbieter (eigen/fremd) die aktive Infrastruktur ausbauen und in den Netzbetrieb gehen.

Marketing der eigenen Angebote

Für den Fall, dass die Kommune oder der Kreis ein eigenes Diensteangebot offeriert, sind entsprechende Marketing- und Vertriebsaktivitäten notwendig. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Kommunikation und aktive Bewerbung des Angebotes
  • begleitende Information der Bevölkerung und der Unternehmen
  • Schaffung von Anreizen durch Wechselangebote

"Ein Erfolgsfaktor für eine hohe Akzeptanz liegt, neben der Qualität der Dienste, in einem mit dem heutigen Marktangebot vergleichbaren Konditionsrahmen und der Möglichkeit, gegen Zusatzkosten nach individuellem Bedarf höhere Leistungen bekommen zu können. Ein Anbieterwechsel auf der Dienste-Ebene sollte jederzeit möglich, aber nicht erforderlich sein, um das neue Netz zu nutzen." - Dr. Jürgen Kaack, STZ Consulting

Förderung und Finanzierung


Identifikation von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten

Übersicht Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten

Um die Kosten für die Einrichtung eines Breitbandanschlusses tragen zu können, ist eine gesicherte Finanzierung erforderlich, die beispielsweise über Eigenkapital, Fremdkapital, Mezzanine oder Bürgschaften möglich ist. Darüber hinaus ist eine Finanzierung auch mit Hilfe einer Beteiligung durch Unternehmen denkbar oder die Inanspruchnahme von öffentlichen Fördermitteln. In diesem Zusammenhang sollte geprüft werden, ob die Nutzung von entsprechenden Förderprogrammen möglich ist. Einen schnellen und einfachen Überblick über relevante Fördermaßnahmen bietet die Finanzierungsfibel Breitbandausbau. Typischen Infrastrukturmaßnahmen wie z.B. dem Glasfaser-Netzausbau oder Leerrohrverlegungen sind die passenden Finanzierungs- und Förderprogramme zugeordnet. Eine detailliertere Übersicht finden Sie in der Finanzierungsfibel Breitbandausbau.

Nähere Informationen zu den einzelnen Förder- und Finanzierungsinstitutionen wie der NRW.BANK, der KfW Bankengruppe, den Bezirksregierungen sowie der Landwirtschaftlichen Rentenbank finden Sie auf unseren Internetseiten im Bereich Finanzieren.

Bestandsaufnahme & Vorbereitung Planung & Auswahl

 

© SIKoM / Bergische Universität Wuppertal (inkl. redaktioneller Aktualisierung durch Breitband.NRW)

Schnellzugriff

Gefördert durch